Hamburger Zukunftsentscheid: Ein Schritt in die richtige Richtung – aber was bedeutet das für das Handwerk?
- Nick Rohwedder

- 17. Okt.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Okt.

Im Oktober 2025 haben die Hamburger mit einer knappen Mehrheit für den sogenannten „Zukunftsentscheid“ gestimmt. Das Ziel: Die Stadt soll bereits bis 2040 klimaneutral werden – also fünf Jahre früher als bisher geplant. Ein starkes Signal in Richtung Nachhaltigkeit.
Aber auch eines, das viele Fragen aufwirft – vor allem für das Handwerk und für alle, die täglich an und in Gebäuden arbeiten.
Ich finde den Entscheid grundsätzlich richtig, wenn er bedacht und mit Augenmaß umgesetzt wird. Doch wie realistisch ist dieses Ziel wirklich – und was bedeutet es für Regionen wie den Harz oder Sachsen-Anhalt?
Nachhaltigkeit ja – aber mit Verstand
Weg von Gas und Öl, hin zu erneuerbaren Energien – das ist die zentrale Botschaft des Zukunftsentscheids. Und ja, das ist richtig und notwendig, wenn man langfristig denkt. Aber die Umsetzung wird herausfordernd.
Der Wegfall fossiler Brennstoffe betrifft nicht nur Heizsysteme, sondern auch die gesamte Energiearchitektur von Gebäuden – von der Dämmung bis zur Türdichtung. Es ist leicht gesagt, Häuser energetisch zu sanieren. Doch in der Praxis bedeutet das: Bauboom bei gleichzeitigem Fachkräftemangel.
Ich sehe das kritisch, wenn dabei wieder Sanierungslücken entstehen – etwa wenn eine Fassade gedämmt wird, aber 30 Jahre alte Fenster im Gebäude bleiben. Solche halbherzigen Maßnahmen helfen weder der Umwelt noch dem Geldbeutel. Wir brauchen ganzheitliche Konzepte, die den Kosten-Nutzen-Faktor und die Langfristwirkung berücksichtigen.
Kommt so etwas wie der Hamburger Zukunftsentscheid auch zu uns in den Harz? Und was bedeutet es für das Handwerk?
Ich bin überzeugt: Ja, früher oder später schon. Was in den Städten beginnt, erreicht mit Verzögerung auch die ländlichen Regionen.Politische Entscheidungen wie in Hamburg werden oft zum Modell für andere Bundesländer.
Für uns im Harz bedeutet das: Wir sollten uns jetzt schon vorbereiten, Prozesse digitalisieren, Fachwissen aufbauen und Kooperationen suchen. Es gibt hier viele kluge junge Menschen, die bereit sind, an nachhaltigen Konzepten zu arbeiten – man muss ihnen nur die Strukturen und Chancen dafür geben.
Schwieriger wird die gesellschaftliche Akzeptanz.Viele Menschen verbinden politische Vorgaben mit Zwang und Kosten, statt den langfristigen Nutzen zu sehen. Das wird eine echte Herausforderung – denn die Energiewende funktioniert nur, wenn die Bevölkerung sie auch mitträgt.
Was das für das Handwerk bedeutet
Für das Handwerk ist dieser Wandel eine riesige Chance. Die Nachfrage nach energetischer Sanierung, Fenstern und Türen mit "Top-U-Werten" und nachhaltigen Einbaukonzepten wird enorm steigen. Aber es braucht Vernetzung statt Bürokratie.
Betriebe müssen Synergien bilden, sich gegenseitig ergänzen und spezialisieren. Nur so können wir die Masse an Projekten bewältigen und gleichzeitig Qualität sichern. Ich glaube fest daran, dass das Handwerk – wenn es die richtigen Rahmenbedingungen bekommt – Teil der Lösung sein wird.
Mein Fazit
Der Hamburger Zukunftsentscheid ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch Klimaneutralität darf kein politisches Schlagwort bleiben, sondern muss realistisch, praxisnah und sozial tragbar umgesetzt werden.
Wir im Handwerk stehen dabei im Mittelpunkt – als Gestalter der Energiewende. Wenn Politik, Wirtschaft und Handwerk an einem Strang ziehen, kann daraus etwas entstehen, das über Hamburg hinaus wirkt.
Und genau das sollten wir anstreben: Nachhaltigkeit mit Sinn, Struktur und Handwerk.
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