Fachkräftemangel im Handwerk – warum Technik den Unterschied macht (Handwerk 4.0)
- Nick Rohwedder

- 17. Okt.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn man heute durch die Werkstätten und Baustellen schaut, sieht man es deutlich:Der Nachwuchs im Handwerk fehlt. Besonders im Bereich Fenster- und Türenmontage wird die Lücke größer.
Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung im Tischlerhandwerk – dabei ist das einer der wichtigsten Berufe, wenn es um die Zukunft von Gebäuden geht.
Ich erlebe das täglich. Es gibt zu wenig Monteure, zu wenig Auszubildende – und die, die da sind, leisten oft enorm viel körperlich.
Warum viele junge Menschen das Handwerk meiden
Die Ursachen sind bekannt, aber selten wird ehrlich darüber gesprochen: Der Beruf ist körperlich anspruchsvoll, die Bezahlung oft nur moderat und viele junge Leute sehen in anderen Branchen vermeintlich bessere Perspektiven. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Denn das Handwerk verändert sich – und Technik spielt dabei eine immer größere Rolle.
Wie Technik den Beruf wieder attraktiv machen kann
Ich bin überzeugt: Automatisierung, digitale Planung und moderne Montagehilfen können den Unterschied machen. Wenn körperliche Belastung reduziert und Arbeitsabläufe smarter gestaltet werden, wird der Beruf nicht nur gesünder, sondern auch attraktiver und effizienter.
In unserer täglichen Arbeit bei Rota Solutions setzen wir genau dort an. Wir implementieren digitale Strukturen, nutzen automatisierte Prozesse und setzen gezielt auf moderne Helfer wie den Robby TGT – ein Montageroboter, der schwere Bauelemente hebt und präzise positioniert. Das entlastet die Monteure, sorgt für gleichbleibende Qualität und spart wertvolle Zeit.
Handwerk 4.0 – mehr als nur Maschinen
Technik allein reicht aber nicht. Wir brauchen neue Wege, das Wissen zu vermitteln – überbetriebliche Ausbildungsstätten, die den komplexen Beruf des Fenster- und Türenbauers zeitgemäß lehren. Denn dieser Beruf ist längst kein Nischenhandwerk mehr, sondern ein High-Tech-Beruf.
Dazu gehören heute:
Absturzsichere Montage und Sicherheitskonzepte,
neue Einbauarten wie Montagezargen,
Smart-Home-Anbindungen für Sonnenschutz und Zugangssysteme,
sowie automatisierte Abläufe von Planung bis Fertigstellung.
Die Glasflächen werden größer, die Bauelemente schwerer – also brauchen wir Maschinen, Know-how und Systeme, um das effizient und sicher zu handhaben. Der klassische Handwerker mit Akkuschrauber und Zollstock bleibt wichtig – aber er wird künftig digital unterstützt arbeiten.
Zukunftsbild: Der Monteur von morgen
Ich sehe Monteure in einigen Jahren mit digitalen Aufmaßsystemen, Tablet-gestützten Planungsapps und robotergestützten Montagehelfern auf der Baustelle. Sie koordinieren Abläufe, prüfen Windlasten, überwachen Sensoren – und erledigen körperlich schwere Arbeiten mit Unterstützung statt Überlastung.
Das Handwerk wird dadurch attraktiver, sicherer und besser bezahlt. Und genau das ist der Weg, wie wir den Fachkräftemangel nicht nur kompensieren, sondern auch neue Begeisterung schaffen können.
Mein Appell an Betriebe und junge Menschen
Wir im Handwerk müssen positiv und innovativ denken. Anstatt uns von der Bürokratie lähmen zu lassen, sollten wir uns vernetzen, gemeinsam entwickeln und voneinander lernen. Betriebe, die Innovationen vorantreiben wollen, finden bei uns den Praxisbezug und die Offenheit, neue Wege zu gehen.
Und an die jungen Menschen da draußen:👉 Kommt ins Handwerk! Der Beruf wird digitaler, sicherer, besser bezahlt und wieder mit echter Anerkennung verbunden. Wir stehen am Anfang einer neuen Zeit – das Handwerk 4.0 ist keine Zukunftsvision mehr, sondern eine Zukunftskompetenz, die wir gemeinsam gestalten.





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